09 Apr
Kalender
Do 16.04.2020 18.00 Donnerstagsführung

Der Kunsthistoriker Johannes Peter führt durch die Ausstellung.

Kosten: 3 Euro zzgl. Eintritt | Anmeldungen bis 15.04.unter 08341 8644 oder unter mail@kunsthaus-kaufbeuren.de

So 19.04.2020 11.00 Sonntagsführung

Der Kunsthistoriker Johannes Peter führt durch die Ausstellung.

Kosten: 3 Euro zzgl. Eintritt | Anmeldungen bis 18.04.unter 08341 8644 oder unter mail@kunsthaus-kaufbeuren.de

Sa 25.04.2020 14.00 - 18.00 FOTOGRAFIEN WIE GEMALT Fotoworkshop mit Ausstellungsbesuch für Erwachsene und Jugendliche (ab 14 Jahren)

Nur mit Anmeldung | Kosten: 30 Euro

Weitere Infos und Anmeldung: info@querkunst-kaufbeuren.de oder unter 08343 923178

In der Kunstfotografie um 1900, dem sogenannten Piktorialismus, wirken Fotografien häufig wie Gemälde. Um solche malerischen Effekte zu erzielen, experimentieren die Teilnehmer – angeleitet von einer professionellen Fotografin – im Workshop mit Licht und Schatten, Weichzeichnung und Tiefenschärte. Dazu verwenden sie ihre mitgebrachten Kameras oder Handys. Es entstehen Innen- und Außenaufnahmen. Danach werden die Bilder gemeinsam in der Gruppe besprochen. Die Schwarz-Weiß-Fotos werden digital übermittelt oder es können auch Abzüge erstellt werden.

Mi 29.04.2020 14.30 "Kunst-Salon am Mittwoch"

Der Kunsthistoriker Johannes Peter führt durch die Ausstellung. Im Anschluss können Sie sich bei Kaffee und Kuchen über ihre neugewonnenen Eindrücke austauschen.

Kosten: 12 Euro (inkl. einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen) | Anmeldungen bis 28.04.unter 08341 8644 oder unter mail@kunsthaus-kaufbeuren.de

So 03.05.2020 11.00 Sonntagsführung

Der Kunsthistoriker Johannes Peter führt durch die Ausstellung.

Kosten: 3 Euro zzgl. Eintritt | Anmeldungen bis 02.05.unter 08341 8644 oder unter mail@kunsthaus-kaufbeuren.de

So 10.05.2020 19.00 (Einlass ab 18.30) Autorenlesung mit Boris von Brauchitsch »DAS BLAUE VOM HIMMEL«

Lesung im Foyer des Kunsthauses Kaufbeuren | Eintritt 15 Euro | ermäßigt 10 Euro (Schüler und Studenten)
KVV: Kartenbüro Altusried: 08373 92200 oder kb@altusried.de
Kunsthaus Kaufbeuren: mail@kunsthaus-kaufbeuren.de oder 08341 8644 | Restkarten an der Abendkasse

»… Es ist ein bemerkenswerter offener Sportwagen in Himmelblau, am Steuer sitzt ein Chauffeur in himmelblauer Livree und neben ihm, gleichfalls in Himmelblau gekleidet, der Baron. Als der Wagen schließlich hält, sieht Cecil Beaton, der Gastgeber, einen groß gewachsenen, alterslosen Herrn aussteigen, ein Barett auf sein blau gefärbtes Haar gedrückt…« So beginnt die Biografie über Baron Adolphe de Meyer, einen der ersten professionellen Modefotografen und wegweisendem Vertreter der Kunstfotografie um 1900.
Doch Boris von Brauchitsch, Ende der 1990er Jahren Gründungsdirektor des Kunsthauses, liest nicht nur aus diesem Buch, das unter dem Titel »Begegnung mit dem Faun« anlässlich der aktuellen Ausstellung veröffentlicht wurde. In weiteren Erzählungen von Brauchitschs aus den letzten Jahren begegnen wir unter anderem dem kunstverständigem Hund Ventura kennen und erfahren, was passieren kann, wenn man beim Umzug ein wertvolles Gemälde auf der Straße stehen lässt. Ein blau-bunter, temperamentvoller und amüsanter Abend im Kunsthaus Kaufbeuren.

Gefördert von der VR Bank Augsburg-Ostallgäu eG

Vor Beginn der Lesung wird ab 17.00 eine Dialogführung mit Boris von Brauchitsch und Jan T. Wilms durch die aktuelle Ausstellung »STRIKE A POSE – Intuition und Inszenierung« angeboten.

Kosten: 3 Euro zzgl. Eintritt in die Ausstellung | Anmeldung bis 2 Tage vor dem Termin unter 08341 8644 oder unter mail@kunsthaus-kaufbeuren.de

Die Lesung findet im Rahmen des Allgäuer Literaturfestivals statt.

www.allgaeuer-literaturfestival.de

So 10.05.2020 17.00 Dialogführung mit Boris von Brauchitsch und Jan T. Wilms durch die aktuelle Ausstellung »STRIKE A POSE – Intuition und Inszenierung«

Vor Beginn der Autorenlesung im Rahmen des Allgäuer Literaturfestivals wird ab 17.00 eine Dialogführung mit Boris von Brauchitsch und Jan T. Wilms durch die aktuelle Ausstellung »STRIKE A POSE – Intuition und Inszenierung« angeboten.

Kosten: 3 Euro zzgl. Eintritt in die Ausstellung | Anmeldung bis 2 Tage vor dem Termin unter 08341 8644 oder unter mail@kunsthaus-kaufbeuren.de

So 24.05.2020 11.00 Sonntagsführung

Der Kunsthistoriker Johannes Peter führt durch die Ausstellung.

Kosten: 3 Euro zzgl. Eintritt | Anmeldungen bis 23.05.unter 08341 8644 oder unter mail@kunsthaus-kaufbeuren.de

Do 28.05.2020 18.00 Kuratorenführung "Kunst & Kulinarisches"

Um 18 Uhr Führung mit Jan T. Wilms, Direktor Kunsthaus Kaufbeuren, ab ca. 19.00 Abendessen im Museums-Café Kirschkern.

Kosten: 25 Euro | Anmeldungen bis 26.05. unter 08341 8644 oder mail@kunsthaus-kaufbeuren.de

Die Teilnahme ist auch ohne Abendessen möglich. Kosten 3 Euro zzgl. Eintritt | Anmeldung bis 27.05.

Unter dem mehrdeutigen und durchaus ironisierend gemeinten Titel PERFECT WORLD vereinte die Ausstellung das Schaffen der drei zeitgenössischen Maler Christian Hellmich, Sven Kroner und Pere Llobera. Ein verbindendes Thema aller drei Künstler ist das wiederkehrende Moment der Verschränkung mehrerer Wahrnehmungs- und Zeitebenen, in denen multiple Erfahrungen von Wirklichkeit, Illusion und Traum miteinander verschmolzen sind.

Wo ist der Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Geheimnis? Wie schaffen die Künstler mit den Mitteln der Malerei Bilder hybrider Welten, in denen eigene Gesetzmäßigkeiten zu herrschen scheinen und wie konfrontieren sie den Betrachter mit ihrer Auffassung von ‚Wirklichkeit‘ und den Möglichkeiten bildnerischer Vision? – Es sind keine malerischen Idyllen, die Hellmich, Kroner und Llobera den Betrachtern ihrer Werke zeigen. Vielmehr vermitteln die drei Maler in ihren Werken eine höchst ambivalente Haltung zu der sie umgebenden Umwelt, zu ihrer Geschichtsauffassung wie auch zu ihrem Selbstverständnis als Künstler.

Christian Hellmich (*1977, Düsseldorf) beschreibt seine Malerei als „modular“ – einzelne abstrakte Formen kombiniert er immer wieder zu neuen Bildern und schafft so maltechnisch und kompositorisch komplexe, teils surreal anmutende Bildräume. Häufig wird dem Betrachter der Eindruck vermittelt, vermeintlich etwas wiederzuerkennen, ohne es jedoch klar zuordnen zu können. Für die in seinen Gemälden fragmentarisch zusammengefügten Motive greift Hellmich auf sein Bildarchiv zurück, das aus Fotos, Zeitungsausschnitten, Internetquellen, Postkarten u. ä. besteht. Dabei ist sein Vorgehen davon geprägt, wie die Gesellschaft in unserem heutigen mediatisierten Zeitalter mit Bildern umgeht. Charakteristisch für Hellmichs Malerei ist die Verbindung aus gestisch-abstraktem Malduktus und der asymmetrischen Anordnung von Farbflächen, aus der er eine geometrische, rasterartige Aufgliederung der Bildfläche entwickelt. Dabei vermeidet der Künstler stets eine einheitliche Perspektive, verschiedene Raumvorstellungen durchdringen sich gegenseitig, mehrere Bildebenen erscheinen simultan. Häufig sind es Verweise auf architektonische Konstruktionen und das Spiel mit comic-haften Formen, die in einer Art „Restgegenständlichkeit“ (Hellmich) ein Spannungsverhältnis zwischen Zwei- und Dreidimensionalität erzeugen. Diese im wahrsten Sinne ‚viel-schichtigen‘ Bildkompositionen, die Zusammenstellung einer oft bestechenden Farbpalette und das offensichtliche Wechselspiel zwischen der Zersplitterung ‚realer‘ Räume und der Neukonstruktion imaginärer Räume rekurrieren nicht einmal im Ansatz auf eine mimetische Art der Darstellung. Vielmehr richtet sich Hellmichs Interesse von Beginn an darauf, mit malerischen Mitteln ‚andere, hybride Welten‘ zu erschaffen, in denen eigene Struktur- und Formgesetze herrschen und die Konfrontation des Betrachters mit dem Unspezifischen die Sehnsucht nach identifizierbaren und assoziativen Inhalten weckt.

Der Blick durch ein Fenster, von innen nach außen, Miniaturmodelle von Häusern und Schiffen in einem Atelier, endzeitliche Szenerien, schwebende Supertanker, überflutete Landschaften: Sven Kroner (*1973, Kempten) blendet in seinen großformatigen Bildpanoramen gewöhnliche Alltagsszenen und Relikte des Industriezeitalters ineinander. Häufig vermitteln seine Werke eine unwirkliche, scheinbar romantisierende Stimmung, doch wird diese sofort wieder durch ein Gefühl tiefer Verunsicherung ironisch gebrochen – ein signifikantes Merkmal der Arbeiten Sven Kroners. Die ausgefeilte Staffelung der Bildelemente in Kroners gegenständlichen Gemälden wird durch den Einsatz wechselvoller Lichtstimmungen dramatisiert, die die Werke gleichzeitig wie eine melancholische Patina überziehen. Subtil leitet der Künstler den Betrachter in seine Vorstellung von der Welt. Mit den Mitteln der Malerei verschmilzt er persönliche Eindrücke realer Plätze mit visionären ‚Nicht-Orten‘ (Utopie, griech. οὐ-tópos) und erschafft so ‚Ideenbilder‘, fiktive Orte, an denen sich ein Kräftemessen zwischen Mensch und Natur abzuspielen scheint. Immer wieder sind es physikalische Prozesse, mittels derer die Natur ihre Macht und Überlegenheit gegenüber dem in seiner Natürlichkeit domestizierten Menschen demonstriert, der glaubt, sie beherrschen und sich Untertan machen zu können. Wie in einem Traum verbinden sich in Kroners Werken historische Fakten, gegenwärtige Möglichkeiten und Zukunftsszenarien. Damit oszillieren seine Gemälde zwischen Realität und Vorstellung, Gegenständlichkeit und Abstraktion, Tradition und Innovation, zwischen Ernsthaftigkeit und ironischer Brechung der Themen und implizieren so auch ein Spiel mit der Zeit.

Auch die Werke von Pere Llobera (*1970, Barcelona) zeichnen sich durch eine thematische wie auch stilistische Pluralität aus, die sie jeder eindeutigen Klassifizierung entzieht. Die Darstellungen privater Welten und unscheinbar wirkender alltäglicher Momente durchdringen einander, wobei die zeitlosen Bildpanoramen des spanischen Malers häufig mit historischen Zitaten besetzt sind. Eine zentrale Bezugsquelle für Lloberas künstlerische Auseinandersetzung mit Traum und (Anti-)Utopie ist immer wieder seine Beschäftigung mit den literarischen Werken von Kenneth Patchen, Aldous Huxley und anderen Autoren der ‚Beat Generation‘, deren Werke sich durch einen sprunghaften Stil und exzentrische Brüche innerhalb der Erzählstruktur auszeichnen. Lloberas Werke sind von großer Ernsthaftigkeit geprägt. Gleichzeitig vermitteln sie eine düster-melancholische Stimmung des Scheiterns, ein Gefühl von Unvollkommenheit, sie behandeln die Krise des Ichs in einer Welt, in der die Überwachung des Einzelnen und die damit einhergehende, meist unbewusst stattfindende Selbstzensur nur noch die Flucht in eine Scheinwelt zeitigt, als Beleg für die absurde Suche nach Stabilität und verbindlichen Werten.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen Werkabbildungen und Textbeiträgen von Melitta Kliege, leitende Kuratorin im Neuen Museum – Staatl. Museum für Kunst und Design in Nürnberg, Nadia Ismail, Kunsthistorikerin und Kuratorin, Frankfurt am Main sowie Jan T. Wilms, Direktor Kunsthaus Kaufbeuren und Kurator der Ausstellung.

© Kunsthaus Kaufbeuren

Unterstützt von