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Natur als Inspirationsquelle
für Architektur & Kunst

form follows nature

Frei Otto, Finsterwalder Architekten,
Carsten Nicolai

19. Juli bis 16. November 2014

 

Jaguar							©  Gary Heery

»Wir wollten wissen, wie die Welt der lebenden und der nicht lebenden Natur entstanden ist, wie ihre Gestalten sich entwickelt haben und welche Konstruktionen sie zusammenhalten und verändern. Wir wollten wissen, ob unsere kühne Behauptung ,Am Anfang war das Pneu' wirklich stimmt, ob dieses leichteste aller Flächentragwerke zur Vorstufe des Lebens und schließlich zur Alge und Bakterie und allem, was danach kam, führte. Wir wollten Natur erfahren und die Schöpfung etwas mehr verstehen.« Frei Otto


Für den schöpferisch tätigen Menschen bietet die Natur in vielerlei Hinsicht einen reichen Fundus. Naturwissenschaftler, Architekten und Ingenieure lassen sich genauso wie Künstler
von ihr inspirieren.

Sie lernen aus den komplex angelegten Bauplänen und von ihrer unendlichen Formenvielfalt. Aus der Notwendigkeit des Überlebens, werden die natürlichen Strukturen immer wieder verbessert. Daraus ergeben sich optimierte Formen bei Spinnennetzen, Seifenblasen, Knochen und Vogelnestern, die als Vorbild für stabile, vom Menschen geschaffene Konstruktionen dienen.

Olympiahalle München

Mit Arbeiten der Architekten Frei Otto, Maria und Rudolf Finsterwalder und des Künstlers Carsten Nicolai werden in der Ausstellung Beispiele gezeigt, wie eine reflektierte Auseinandersetzung mit der Natur Inspirationsquelle für Formen, Techniken und Strukturen sein kann.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlangte Frei Otto, wie kaum ein anderer deutscher Architekt, große internationale Anerkennung. Bereits 1954 erregte er mit seiner Doktorarbeit "Das hängende Dach" erstes Aufsehen. Seitdem gingen immer wieder wichtige Impulse von ihm aus. Im Bereich der Leichtbauweise forschte er sein Leben lang und suchte dabei nach Lösungen, Dächer und Gebäudehüllen mit geringstem Material- und Energieaufwand zu bauen. Sein Ideal sind leichte Membrane und Segel, die sich über Plätze, Städte oder Landschaften legen, wie beispielsweise beim deutschen Pavillon für die Weltausstellung 1967 in Montreal oder bei der Dachlandschaft für die Olympischen Spiele 1972 in München.

Frei Otto entwarf die Formen nicht am Reißbrett, sondern ermittelte sie experimentell im empirischen Prozess. Er untersuchte dabei sowohl die in der Natur wirkenden Zug- und Druckkräfte als auch Oberflächenspannungen. Experimente mit Seifenblasen gaben ihm die Idee zu materiell und kräftemäßig minimierten Membranhüllen und optimalen Pneukonstruktionen (eine mit Luft gefüllte Konstruktion).

Die in der Ausstellung gezeigten 25 Modelle von Frei Otto, wie Ketten- und Fadenmodelle, Holzgitterschalen und Pneus, Schüttkegel und textile Konstruktionen, veranschaulichen die Übertragung seiner aus der Natur gewonnenen Erkenntnisse in eigene Experimente. Sein Ziel war es, ökonomisch, ökologisch und im Einklang mit der Natur zu bauen.

Polyethylene

Neben Frei Ottos Modellen sind Studien der Architekten Maria und Rudolf Finsterwalder zu sehen, den Initiatoren der Ausstellung. Ähnlich wie Frei Otto entwickeln sie Architekturen und Tragwerke in einem experimentellen Prozess und planen ausgehend von der Auseinandersetzung mit Formen und Strukturen der Natur eine organische, ganzheitliche Architektur.

Kapelle

Ergänzt wird die Ausstellung durch Werke von Carsten Nicolai, einem im Grenzbereich zwischen Kunst und Wissenschaft arbeitenden bildenden Künstler, Komponisten und Musiker, der sich intensiv mit mathematischen, physikalischen und natürlichen Phänomenen auseinandersetzt. Im Fall der Serie "Funken" sind es die unterschiedlichen Bewegungsformen von gezündeten Funken, deren baumartige Strukturen einem mathematischen Muster Folgen, das er als grafische Lichtspur sichtbar macht.

Funken, c. Nicolai

Wie in einem Archiv werden die Modelle in Stahlregalen präsentiert. Karteikästen mit Plänen, Bildern und Texten laden den Besucher zum intensiven Forschen ein. Das Panoptikum vereint eine offen angelegte Sammlung aus Naturmaterialien, die als Modelle für die Formfindung und Konstruktionslösungen dienen können. Im Film aufgezeichnete Interviews mit Frei Otto und Carsten Nicolai ergänzen das Ausstellungsthema.

Einen ausführlichen Einblick in die Geschichte der Auseinandersetzung des Menschen mit der Natur bietet die von Rudolf Finsterwalder herausgegebene gleichnamige Publikation "form follows nature", 2011 im Springer Verlag erschienen.

form follows nature Buch

Bildnachweis:
Gitterschale, Zeiss-Planetarium, Jena @ J. Krausse
Frei Otto, Schäume @ IL Uni Stuttgart
Rudolf Finsterwalder, Dragonfly @ 2011 Finsterwalder Architekten
Frei Otto, Olympiastadion München 1972, Teilansicht @ IL Uni Stuttgart
Polyethylene @ 2011 Finsterwalder Architekten
Kapelle – Rotation @ 2011 Finsterwalder Architekten
Carsten Nicolai, Funken @ VG Bild-Kunst, Bonn 2010

 

Informationen

Laufzeit
19. Juli bis 16. November 2014

Adresse
kunsthaus kaufbeuren | Spitaltor 2 | 87600 Kaufbeuren
T 08341 / 8644 | F 08341 / 8655
www.kunsthaus-kaufbeuren.de

Öffnungszeiten
Di - Fr 10 - 17 Uhr, Do 10 - 20 Uhr
Sa / So / Feiertage: 11 - 17 Uhr,
Montags geschlossen

Eintritt
Erwachsene 7,00 Euro, ermäßigt 6,00 Euro,
Schüler 1,50 Euro, Familie 14,00 Euro

Konzept
finsterwalder architekten, Stephanskirchen

Leihgeber
finsterwalder architekten,
Galerie Eigen+Art, Leipzig
und saai I Südwestdeutsches Archiv für
Architektur und Ingenieurbau Karlsruhe

Leitung kunsthaus kaufbeuren
Susanne Flesche

Assistenz
Carolin Koch

Information + Presse
Britta Rauche, mail@kunsthaus-kaufbeuren.de

Veranstaltungen + Shop
Iris Endhardt

Museumspädagogik
Tatjana Nocker, Ulrike Baier, Evelyn Heigl, Anke Schupp,
Conny Plott, Elisabeth Herzog, Vicky Findel

Unterstützung
Wir danken der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren, dem
verein der freunde und förderer des kunsthauses e.V. sowie der
Firma FSB Für ihre Unterstützung.

 

Kinder Universität


Gastreferenten halten für Kinder ab 10 Jahren kinderverständliche Vorträge.

Von der Muschel zum Haus, vom Geierflügel zum Stuhl
Rundgang durch die Ausstellung mit Rudolf Finsterwalder, Architekt. Wir schauen uns an, woher Architekten Ideen aus der Natur für ihre eigene Formfindung erhalten. Es wäre
schön, wenn Ihr eigene Fundstücke aus der Natur mitbringt - Muscheln, Schneckenhäuser, Mineralien …
Datum: 11.10.2014, 15 Uhr

 
Workshops


Experimentelle Architekturmodelle
Samstagsworkshops ab 8 Jahren

Mit Tatjana Nocker, Ulrike Baier
27.9. Zeltdachlandschaften aus Membranen
18.10. Kuppeldachkonstruktionen aus Gipsschalen
8.11. Fliegende Dächer - bewegliche Installationen
Uhrzeit: 10 - 12 Uhr
Kosten: 15 Euro

Architekturträume
Samstagsworkshops ab 5 Jahren

Mit Ulrike Baier, Tatjana Nocker
20.9. Schneckenhäuser, Nussschalen …
4.10. Seifenblasenhäuser einrichten
15.11. Schirme, Zelte, Kuppeln
Uhrzeit: 10 - 12 Uhr
Kosten: 15 Euro

Geschichten spinnen mit Netzstruktur
Mit der Geschichtenerzählerin Anke Schupp

Die Architekturformen geben Motive von Märchen an die
Hand, die zu Gehör gebracht werden. Lauscht und erlebt wundersame
Dinge von Seifenblasenideen, die als Träume platzen
und Platz machen für Neues. Beim Hören weben wir ein Netz.
Datum: 10.10.14, 16 - 16.45 Uhr, ab 5 Jahren
Kosten: 4 Euro

Bei allen Führungen und Workshops bitten wir um telefonische Voranmeldung unter Tel: 08341-8644.

Flyer

 

Architekturgespräch


Frei Otto im Gespräch mit Rudolf Finsterwalder
"Der umgekehrte Weg"
Der Architekt Frei Otto hat sich wie
kein anderer systematisch mit natürlichen
Konstruktionen und Materialien
beschäftigt. In Form eines moderierten
Gesprächs wird Frei Otto über seine Forschungen sprechen.
Datum: wird noch bekannt gegeben

Eintritt: 8 Euro (6 Euro für Mitglieder des Fördervereins)

 

Exkursionen


FamilienTour auf das Zeltdach des Olympiastadions
Frei Otto war der Ideengeber der weltberühmten Dachlandschaft
des Münchner Olympiastadions. Gesichert mit Seil und
Karabiner steigen Sie mit dem Tourguide auf das berühmte
Dach, um sich die Architektur und Konstruktionen zwei Stunden
aus nächster Nähe anzusehen.

Datum: 23.8.,15 Uhr
Treffpunkt: Stadionkasse Nord
Kosten: Erwachsene: 41 Euro, Schüler/Studenten: 31 Euro
Bitte bis 12.8. im kunsthaus begleichen.
Mindestalter: 10 Jahre mit einer Unterschrift der Erziehungsberechtigten
auf der Teilnahmeerklärung.

ArchitekturTour:
5 Projekte von Finsterwalder Architekten
Die Architekten Maria und Rudolf Finsterwalder erklären anhand von
fünf Projekten im Raum Rosenheim ihren Ansatz der organischen,
ganzheitlichen Architektur: Mutterhaus in Bad Endorf,
Smarthaus in Stephanskirchen, Kletterhalle in Stephanskirchen,
Boulderhalle in Stephanskirchen, Haus Pohl in Riedering.

Datum: 28.9.2014, Busfahrt
Abfahrt: Bahnhof Kaufbeuren, um 8.30 Uhr
Kosten: 38 Euro (28 Euro Für Mitglieder des Fördervereins)
Bitte bis 12.9. im kunsthaus begleichen.

 

Führungen


Sonntag
Jeden Sonntag 14 Uhr

Familien
Während die Eltern an der Sonntagsführung teilnehmen,
werden die Kinder parallel von ausgebildeten Schülern in
altersgerechter Weise geführt.

Datum: jeden 2. und 4. Sonntag, 14 Uhr

Englisch und Italienisch
Gerne können Sie auf Anfrage Führungen in englischer und
italienischer Sprache buchen (mind. 10 Personen).

Menschen mit Behinderung
Evelyn Heigl bietet gerne auf Wunsch individuelle Workshops
und Führungen an.

Führungen und Workshops für Schulen und Kindergärten
können altersgerecht gebucht werden - auch in englischer
Sprache.

Bei allen Führungen und Workshops bitten wir
um Voranmeldung unter Tel: 08341-8644.