29 Apr
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Sa 29.04.2017 11.00-13.00 Workshop für Kinder ab 6 Jahren: Geister, Gespenster und Gruselkabinette

Die Kinder malen auf Holztafeln mit Acrylfarbe und Kreide die Geister unter ihrem Bett, die Gespenster im Schrank und unheimliche Orte, an denen sich Wesen aus anderen Welten verstecken. Wenn das Unbekannte auf der Leinwand erscheint, erweckt es weniger Angst, weil man weiß, wo man es packen kann.

Kosten: 15 Euro

Anmeldung unter info@querkunst-kaufbeuren.de oder 083 41 – 954 01 54

Sa 13.05.2017 11.00 - 13.00 Workshop für Kinder ab 6 Jahren: Malerische Spielräume - Experimente mit Farbe

Nach einem Besuch der Ausstellung »Blick Fang« experimentieren die Kinder mit unterschiedlichen Farbsubstanzen wie Kreiden, Aquarell- oder Acrylfarben, Lack oder Öl, Holzleim und Pigmenten und kreieren bunte Farbkompositionen. Tusche trifft auf Lack, Wasser auf Öl, stößt sich ab, geht darin auf, vermischt sich zu einer neuen aufregenden Farbmasse. (Wer kreiert die aufregendsten Farbexplosionen?)

Kosten: 15 Euro

Anmeldung unter info@querkunst-kaufbeuren.de oder 083 41 – 954 01 54

 

Do 25.05.2017 18.00 - 19.00 Abendführung durch die Ausstellung
So 28.05.2017 14.00 - 18.00 Workshop für Erwachsene: Innere Welten - von der Inspiration zur Komposition - eine künstlerische Entdeckungsreise

Woraus gewinnen Kunstwerke ihre Bedeutung? Oft ist es der Ausdruck einer inneren Welt, welche durch ästhetische Abstraktion Emotionen im Betrachter hervorruft. In unserem Rundgang durch die Ausstellung erörtern wir, warum uns bestimmte Werke besonders ansprechen und wie Künstler ihre inneren Welten in eine berührende Bildsprache transformieren. Im anschließenden Workshop erlernen Sie grundlegende Techniken der Malerei und Zeichnung. Dabei hilft Ihnen der erfahrene Künstler Ramón Ramírez Guevara, ihre persönlichen Eindrücke und Träume bildnerisch zum Ausdruck zu bringen.

Kosten: 60 Euro (inklusive Material)
Anmeldeschluss: 20.05. | für 5-8 Teilnehmer

Anmeldung unter infor@querkunst-kaufbeuren.de oder 08341 – 954 01 54

 

Do 22.06.2017 18.00 - 19.00 Abendführung durch die Ausstellung
Sa 01.07.2017 11.00 - 13.00 Workshop für Kinder ab 8 Jahren: Besendraht, Raupenhaut oder Regenschirmnetz

Inspiriert durch die Werke der Ausstellung bauen die Kinder Objekte und Strukturen aus Draht, Schnüren und Holzstäben und kaschieren diese mit feinen Papierschichten. Es entstehen leichte, filigrane Körper, die an Pflanzen, Insekten oder andere Wesen erinnern.

Kosten: 15 Euro

Anmeldung unter info@querkunst-kaufbeuren.de oder 083 41 – 954 01 54

 

Do 13.07.2017 18.00 - 19.00 Abendführung durch die Ausstellung
Sa 15.07.2017 11.00 - 13.00 Workshop für Kinder ab 8 Jahren: Prinzessin auf der Erbse

Auf wie vielen Matratzen schlummert der Prinz oder die Prinzessin? Jede Schicht der königlichen Schlafstätte ist noch kunstvoller verziert mit feinen Mustern und Ornamenten – und obendrauf ruht die königliche Hoheit. Nach einer Führung durch die Ausstellung »Blick Fang« zeichnen die Kinder mit Feder und Tusche feine Strukturen, welche dann mit dem Pinsel farbig lasiert werden.

Kosten: 15 Euro

Anmeldung unter info@querkunst-kaufbeuren.de oder 083 41 – 954 01 54

 

So 16.07.2017 11.00 - 12.00 Sonntagsführung durch die Ausstellung
Do 27.07.2017 18.00 - 19.00 Abendführung durch die Ausstellung
So 30.07.2017 11.00 - 12.00 Sonntagsführung durch die Ausstellung
Do 10.08.2017 18.00 - 19.00 Abendführung durch die Ausstellung
So 13.08.2017 11.00 - 12.00 Sonntagsführung durch die Ausstellung
Do 24.08.2017 18.00 - 19.00 Abendführung durch die Ausstellung

Unter dem mehrdeutigen und durchaus ironisierend gemeinten Titel PERFECT WORLD vereint die Ausstellung das Schaffen der drei zeitgenössischen Maler Christian Hellmich, Sven Kroner und Pere Llobera. Ein verbindendes Thema aller drei Künstler ist das wiederkehrende Moment der Verschränkung mehrerer Wahrnehmungs- und Zeitebenen, in denen multiple Erfahrungen von Wirklichkeit, Illusion und Traum miteinander verschmolzen sind.

Wo ist der Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Geheimnis? Wie schaffen die Künstler mit den Mitteln der Malerei Bilder hybrider Welten, in denen eigene Gesetzmäßigkeiten zu herrschen scheinen und wie konfrontieren sie den Betrachter mit ihrer Auffassung von ‚Wirklichkeit‘ und den Möglichkeiten bildnerischer Vision? – Es sind keine malerischen Idyllen, die Hellmich, Kroner und Llobera den Betrachtern ihrer Werke zeigen. Vielmehr vermitteln die drei Maler in ihren Werken eine höchst ambivalente Haltung zu der sie umgebenden Umwelt, zu ihrer Geschichtsauffassung wie auch zu ihrem Selbstverständnis als Künstler.

Christian Hellmich (*1977, Düsseldorf) beschreibt seine Malerei als „modular“ – einzelne abstrakte Formen kombiniert er immer wieder zu neuen Bildern und schafft so maltechnisch und kompositorisch komplexe, teils surreal anmutende Bildräume. Häufig wird dem Betrachter der Eindruck vermittelt, vermeintlich etwas wiederzuerkennen, ohne es jedoch klar zuordnen zu können. Für die in seinen Gemälden fragmentarisch zusammengefügten Motive greift Hellmich auf sein Bildarchiv zurück, das aus Fotos, Zeitungsausschnitten, Internetquellen, Postkarten u. ä. besteht. Dabei ist sein Vorgehen davon geprägt, wie die Gesellschaft in unserem heutigen mediatisierten Zeitalter mit Bildern umgeht. Charakteristisch für Hellmichs Malerei ist die Verbindung aus gestisch-abstraktem Malduktus und der asymmetrischen Anordnung von Farbflächen, aus der er eine geometrische, rasterartige Aufgliederung der Bildfläche entwickelt. Dabei vermeidet der Künstler stets eine einheitliche Perspektive, verschiedene Raumvorstellungen durchdringen sich gegenseitig, mehrere Bildebenen erscheinen simultan. Häufig sind es Verweise auf architektonische Konstruktionen und das Spiel mit comic-haften Formen, die in einer Art „Restgegenständlichkeit“ (Hellmich) ein Spannungsverhältnis zwischen Zwei- und Dreidimensionalität erzeugen. Diese im wahrsten Sinne ‚viel-schichtigen‘ Bildkompositionen, die Zusammenstellung einer oft bestechenden Farbpalette und das offensichtliche Wechselspiel zwischen der Zersplitterung ‚realer‘ Räume und der Neukonstruktion imaginärer Räume rekurrieren nicht einmal im Ansatz auf eine mimetische Art der Darstellung. Vielmehr richtet sich Hellmichs Interesse von Beginn an darauf, mit malerischen Mitteln ‚andere, hybride Welten‘ zu erschaffen, in denen eigene Struktur- und Formgesetze herrschen und die Konfrontation des Betrachters mit dem Unspezifischen die Sehnsucht nach identifizierbaren und assoziativen Inhalten weckt.

Der Blick durch ein Fenster, von innen nach außen, Miniaturmodelle von Häusern und Schiffen in einem Atelier, endzeitliche Szenerien, schwebende Supertanker, überflutete Landschaften: Sven Kroner (*1973, Kempten) blendet in seinen großformatigen Bildpanoramen gewöhnliche Alltagsszenen und Relikte des Industriezeitalters ineinander. Häufig vermitteln seine Werke eine unwirkliche, scheinbar romantisierende Stimmung, doch wird diese sofort wieder durch ein Gefühl tiefer Verunsicherung ironisch gebrochen – ein signifikantes Merkmal der Arbeiten Sven Kroners. Die ausgefeilte Staffelung der Bildelemente in Kroners gegenständlichen Gemälden wird durch den Einsatz wechselvoller Lichtstimmungen dramatisiert, die die Werke gleichzeitig wie eine melancholische Patina überziehen. Subtil leitet der Künstler den Betrachter in seine Vorstellung von der Welt. Mit den Mitteln der Malerei verschmilzt er persönliche Eindrücke realer Plätze mit visionären ‚Nicht-Orten‘ (Utopie, griech. οὐ-tópos) und erschafft so ‚Ideenbilder‘, fiktive Orte, an denen sich ein Kräftemessen zwischen Mensch und Natur abzuspielen scheint. Immer wieder sind es physikalische Prozesse, mittels derer die Natur ihre Macht und Überlegenheit gegenüber dem in seiner Natürlichkeit domestizierten Menschen demonstriert, der glaubt, sie beherrschen und sich Untertan machen zu können. Wie in einem Traum verbinden sich in Kroners Werken historische Fakten, gegenwärtige Möglichkeiten und Zukunftsszenarien. Damit oszillieren seine Gemälde zwischen Realität und Vorstellung, Gegenständlichkeit und Abstraktion, Tradition und Innovation, zwischen Ernsthaftigkeit und ironischer Brechung der Themen und implizieren so auch ein Spiel mit der Zeit.

Auch die Werke von Pere Llobera (*1970, Barcelona) zeichnen sich durch eine thematische wie auch stilistische Pluralität aus, die sie jeder eindeutigen Klassifizierung entzieht. Die Darstellungen privater Welten und unscheinbar wirkender alltäglicher Momente durchdringen einander, wobei die zeitlosen Bildpanoramen des spanischen Malers häufig mit historischen Zitaten besetzt sind. Eine zentrale Bezugsquelle für Lloberas künstlerische Auseinandersetzung mit Traum und (Anti-)Utopie ist immer wieder seine Beschäftigung mit den literarischen Werken von Kenneth Patchen, Aldous Huxley und anderen Autoren der ‚Beat Generation‘, deren Werke sich durch einen sprunghaften Stil und exzentrische Brüche innerhalb der Erzählstruktur auszeichnen. Lloberas Werke sind von großer Ernsthaftigkeit geprägt. Gleichzeitig vermitteln sie eine düster-melancholische Stimmung des Scheiterns, ein Gefühl von Unvollkommenheit, sie behandeln die Krise des Ichs in einer Welt, in der die Überwachung des Einzelnen und die damit einhergehende, meist unbewusst stattfindende Selbstzensur nur noch die Flucht in eine Scheinwelt zeitigt, als Beleg für die absurde Suche nach Stabilität und verbindlichen Werten.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen Werkabbildungen und Textbeiträgen von Melitta Kliege, leitende Kuratorin im Neuen Museum – Staatl. Museum für Kunst und Design in Nürnberg, Nadia Ismail, Kunsthistorikerin und Kuratorin, Frankfurt am Main sowie Jan T. Wilms, Direktor Kunsthaus Kaufbeuren und Kurator der Ausstellung.

© Kunsthaus Kaufbeuren

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Begleitveranstaltungen

Sa 29.04.2017 11.00-13.00 Workshop für Kinder ab 6 Jahren: Geister, Gespenster und Gruselkabinette

Die Kinder malen auf Holztafeln mit Acrylfarbe und Kreide die Geister unter ihrem Bett, die Gespenster im Schrank und unheimliche Orte, an denen sich Wesen aus anderen Welten verstecken. Wenn das Unbekannte auf der Leinwand erscheint, erweckt es weniger Angst, weil man weiß, wo man es packen kann.

Kosten: 15 Euro

Anmeldung unter info@querkunst-kaufbeuren.de oder 083 41 – 954 01 54

12.05.—27.08.2017

12.05.—03.06.2017

Boris von Brauchitsch – 9

Lesung und Werkpräsentation